Ehe Sie sich selbst nach dem geeigneten Influencer umsehen, spezielle Influencer-Plattformen nutzen oder eine Agentur als Unterstützung ins Boot holen, sollten Sie sich im Klaren werden, wen Sie überhaupt für Ihre Kampagne benötigen. Wir geben Ihnen drei Tipps an die Hand, die Sie gut auf die Auswahl des passenden Influencers vorbereiten.

 

1. Bestimmen Sie die Zielgruppe Ihrer Kampagne

Sie haben sicherlich ein erstes Kampagnen-Briefing erstellt, dass die wichtigsten Eckpunkte Ihrer geplanten Marketing-Aktion enthält. Darin festgehalten sind die Strategie, der ideale Ablaufplan sowie die Ziele Ihrer Kampagne.

 

Bevor Sie sich aber auf die Suche nach dem passenden Influencer machen, ist es wichtig festzulegen, an wen sich Ihre Kampagne richten soll. Dabei spielt nicht nur die Branche eine große Rolle, sondern ganz gezielt die Adressaten der Kampagne. Geht es um eine Influencer Kampagne zu einem bestimmten Produkt, könnten Sie intern nachfragen, ob bereits Daten zum Markt oder den Käufern vorliegen.

 

Wichtige Informationen zur Zielgruppe sind:

 

2. Auf welchen Kanälen ist Ihre Zielgruppe hauptsächlich aktiv?

Nachdem Sie Ihre Zielgruppe bestimmt haben, müssen Sie jetzt herausfinden über welchen Kanal bzw. welche Kanäle Sie diese besonders gut erreichen. Dazu sollten Sie diese Kanäle und deren Besonderheiten kennen. Laut dem aktuellen Social-Media-Atlas zeigt sich, dass die Nutzer bei Facebook älter werden. Die junge Zielgruppe wandert zu Instagram oder Snapchat.

 

Frauen sind besonders bei Pinterest die starke Zielgruppe, während LinkedIn eher eine signifikant männliche Nutzerschaft aufweist. Mit allen gesammelten Daten und Analysen können Sie für Ihre Kampagne festlegen, welcher Kanal überhaupt in Frage kommt. Uns erst dann begeben Sie sich auf die Suche nach dem passenden Meinungsmacher, der ebenfalls auf diesem Kanal aktiv ist.

 

 

3. Definieren Sie die Ziele und Vorgaben für den Influencer

Noch bevor Sie sich den passenden Meinungsmacher suchen, definieren Sie ganz klar die Ansprüche bzw. Bedingungen, die Sie an eine Vereinbarung knüpfen. Vorteil bei dieser Art der Vorbereitung: Wird eine Kooperation sehr schnell konkret oder hat der Influencer Fragen, können Sie sich schon sehr genau auf Ihre Kampagne, die Umsetzung und deren Ziele beziehen, anstatt erst dann die wichtigen Fakten zu sammeln und in einem Briefing festzulegen.

 

So kann auch der Influencer vorher besser einschätzen, ob er diese Ziele erfüllen kann bzw. möchte. Auch zeitliche und finanzielle Vorgaben sollten Sie unbedingt vorab festlegen. Planen Sie dabei auch gern etwas Spielraum mit einer festen Obergröße ein.

 

Ziele einer Kooperation mit einem Influencer sind:

 

Gutes Rüstzeug hilft Ihnen bei der Suche nach dem passenden Influencer

Mit Ihrem Briefing, inklusive der Festlegung der Ziele und Zielgruppe, können Sie sich nun auf die Suche nach dem passenden Influencer machen. Dabei haben Sie drei Möglichkeiten: Sie können dafür gezielt Kooperationsplattformen nutzen, bei der sich Influencer auf Ihre Kampagne bewerben können. Zweitens können Sie eine Agentur mit der Suche und den ersten Verhandlungen beauftragen oder sie werden selbst aktiv. Dabei müssen Sie aber den enormen zeitlichen Aufwand beachten. Um Ihnen dabei zu helfen, stellen wir Ihnen im vierten Teil unserer Reihe „Influencer Kommunikation“ hilfreiche Tools vor.

 

Kommt man als Agentur mit Influencern ins Gespräch, ist es immer wieder erstaunlich, wie viele von ihnen negative Erfahrungen im Umgang mit Auftraggebern machen. Die einen bekommen Mails, die sie von einer Spam-Mail kaum noch unterscheiden können, die anderen werden angeblafft, warum sie Geld für das Testen eines Produktes verlangen. Wir haben die wichtigsten Fehler zusammengestellt, die Ihnen bei der Anbahnung einer Zusammenarbeit mit einem Influencer nicht unterlaufen sollten.

 

Diese 4 Fehler sollten Sie bei der Kommunikation mit Influencern vermeiden

 

1. Cold Calls am Telefon

Die Kampagne steht, der Influencer ist gefunden – jetzt greifen Sie sich das Telefon und rufen einfach mal an. Falsch. So schnell geht es in den seltensten Fällen. Das Telefon ist bei den wenigsten Influencern der geeignete Kanal für den Erstkontakt. Mit dem Anruf werden sie aus ihrer aktuellen Tätigkeit, schlimmstenfalls aus ihrem Joballtag herausgerissen.

 

Es gilt sich vorher zu informieren, wie der Influencer kontaktiert werden will: Das steht im Impressum des jeweiligen Social Media Profils oder ist im Mediakit, meist auf der Homepage oder dem Blog zu finden. Nach wie vor bevorzugen viele Influencer die Ansprache per Mail oder über Direktnachricht beispielsweise per Instagram oder Facebook.

 

2. Unpersönliches Anschreiben

Auch das ist noch nicht aus der Mode gekommen: Influencer werden entweder ungefragt einem Presseverteiler zugefügt und im Vorfeld der konkreten Anfrage mit Pressemitteilungen beliefert. Oder sie erhalten Anschreiben à la „Lieber Instagrammer!“ Warum? Sie haben sich die Mühe gemacht den passenden Influencer zu finden, warum machen Sie sich nicht auch die Mühe den Influencer ganz persönlich anzusprechen.

 

An dieser Stelle verschenken die meisten bereits ihr Potential – auch dann, wenn Sie vergessen sich als Schreiber der Mail bzw. als Auftraggeber genügend vorzustellen und ganz explizit auf die Kampagne oder Ihren Wunsch einzugehen. Denken Sie daran, Ihre Mail erreicht jemanden, der Sie noch gar nicht auf dem Schirm hat. Er sollte nach dieser Mail wissen:

Tipps zur richtigen Kommunikation haben wir in unserem Blogbeitrag „Blogger Relations – Anschreiben richtig formulieren“ für Sie zusammengestellt.

 

3. Zusammenarbeit ohne Mehrwert bzw. Vergütung anbieten

In den seltensten Fällen sind Influencer so begeistert von Ihrer Leistung oder Ihrem Produkt, dass sie Ihnen eine kostenlose Zusammenarbeit ohne wirklichen Mehrwert für sich selbst anbieten. Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass der Influencer jeden Werbepost, jeden Test etc. seinen Followern und Fans präsentiert. Diese sind sein wichtigstes Gut. Diese sind verantwortlich dafür, dass Sie überhaupt erst mit ihm zusammenarbeiten wollen. Zudem ist ein Test eines Produktes ja nicht mal eben so schnell nebenher gemacht.

 

Nehmen wir zum Beispiel einen Vlogger, also einen Videoblogger. Er bekommt ein Produkt zugeschickt, testet das ausgiebig und nimmt mit seinem privaten Equipment ein Video auf, worin er seinen Abonnenten von diesem Produkt berichtet. Diese Zusammenarbeit sollte natürlich einen Mehrwert auch für ihn haben und da gelten dann keine Argumente wie „Deinen Fans gefällt das bestimmt, du bekommst garantiert noch Fanwachstum allein durch unsere Zusammenarbeit.“ Nein, da braucht es einen echten Mehrwert, wie zum Beispiel das Verschenken des hochwertigen Produktes oder eine angemessene monetäre Bezahlung.

 

Das ist auch heutzutage den wenigsten Unternehmen bewusst, da wird schon einmal über die Preise der Influencer gelächelt. Bieten Sie dem Influencer einen echten Mehrwert für die Kooperation und er wird, wenn alles zusammenpasst, ein offenes Ohr für Sie haben.

 

4. Influencer als Werbe-Leinwand behandeln

Abgesehen von kurzen Werbekampagnen zur Reichweitensteigerung, sollte Ihr Hauptaugenmerk auf einer langfristigen Zusammenarbeit mit dem Influencer liegen. Ein Posting wie zum Beispiel die berühmte Flasche Coral bringt Sie in Ihrem Anliegen nicht wirklich weiter. Die skurrilsten Beispiele finden Sie bei „Perlen des Influencer Marketings“. Der Influencer ist keine Plakatwand, den Sie beliebig mit Postern bekleben können. Er ist ein Mensch mit einer eigenen Meinung. Das werden Sie spätestens in der Kooperation merken.

 

Er weiß genau, was ankommt und was nicht. Deswegen wird er Ihnen auch Vorschläge unterbreiten, wie die Kampagne aus seiner Sicht funktionieren könnte oder er wird Ihnen Feedback geben, warum Sie mit Ihrem Plan vielleicht nicht ankommen werden. Seien Sie offen für seine Kritik und seine Vorschläge, genau deswegen haben Sie sich ihn ja auch ausgesucht. Und wenn die Kampagne und die erste Zusammenarbeit gut läuft, können Sie vielleicht eine vertrauensvolle Beziehung zueinander aufbauen und weitere erfolgreiche Kampagnen durchführen.

 

Suchen Sie den Dialog mit Influencern auf Augenhöhe

 

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Der Influencer ist Ihr Partner, der Ihnen den Weg zur Zielgruppe öffnet. Behandeln Sie ihn ab der ersten Kontaktaufnahme wirklich so, wie Sie selbst bei Ihrer Arbeit behandelt werden wollen. Hören Sie auf seine Bedenken und Vorschläge, bezahlen Sie seine erbrachten Leistungen und  bauen Sie eine vertrauensvolle Beziehung zueinander auf – das merkt auch Ihre Zielgruppe.

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